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30.11.2002 - Aktuelles Interview mit Roulette-Experten




Herr Basieux, wo habe ich als Spieler die größten Chancen, zu gewinnen?
Die größten Gewinn-Chancen und die größten Ausschüttungsquoten gibt es zweifellos in den Spielbanken. Das hat auch die Stiftung Warentest vor Jahren festgestellt. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Nach wie vor ist Roulette eines der fairsten Spiele überhaupt, das heißt eines, das die größten Gewinnausschüttungen gewährt.

Können Sie das in Zahlen erläutern?
Die Gewinnausschüttung beim Roulette ergibt sich aus dem Spiel und seinen Regeln. Am höchsten, nämlich 98,65 Prozent, ist die Ausschüttung bei den so genannten Einfachen Chancen, also wenn ein Spieler auf Rot oder Schwarz, Gerade oder Ungerade setzt. Bei allen übrigen Chancen beträgt die Ausschüttung immerhin noch 97,3 Prozent.

Wie sieht es im Vergleich dazu bei anderen Spielen aus?
Sehr gute Chancen haben Spieler beim Black Jack, nämlich je nach Spielmethode zwischen 94 und fast 100 Prozent. Auch Spielautomaten in konzessionierten Casinos schütten mit 80 Prozent deutlich mehr aus als alle anderen Automaten, die in der Kneipe um die Ecke oder sonst wo stehen. Ähnlich hohe Ausschüttungen, nämlich etwa 75 Prozent, gibt es noch bei Trab- und Galopprennen.

Und Lottierien?
Beim klassischen Lotto liegt die Gewinnausschüttung bei exakt 50 Prozent. Am schlechtesten stehen die großen Fernsehlotterien wie "Glückspirale" oder "Ein Platz an der Sonne" da. Hier gibt es 25 bis 35 Prozent des Umsatzes wieder, mehr nicht.

Warum glauben manche Menschen, in der Spielbank immer zu verlieren?
Der Einzelne verliert keineswegs immer! Er hat sogar die besten Chancen, dank der Schwankungen kurzfristig zu gewinnen. Auf längere Sicht und im Mittel verliert er allerdings, nach dem Gesetz der großen Zahl, und zwar den Betrag, der den kleinen Bankvorteil bezüglich seines Spielumsatzes ausmacht.

Wie groß ist dieser Bankvorteil?
Wenn beim Roulette 97,3 Prozent des Umsatzes ausgeschüttet werden, dann liegt der Bankvorteil bei 2,7 Prozent. Das ist nicht schwer auszurechnen. Angenommen, es sitzen 37 Personen an einem Roulette-Tisch. Jeder setzt 10 Euro auf jeweils eine andere Zahl. Dann liegen 370 Euro auf dem Tisch. Eine Zahl fällt, und der Gewinner erhält das 35fache des Einsatzes plus seine gewinnenden 10 Euro. Das bedeutet, die Bank macht einen Gewinn von einem 37stel aller Einsätze. Das sind umgerechnet 2,7 Prozent.

Ist das nicht nur eine theoretische Rechnung?
Das ist die theoretische Grundberechnung, die auch empirisch und statistisch stimmt. Praktisch ist das die untere Grenze des Spielverlusts.

Wie stehen Sie zu den Versuchen, diesen Vorteil mit mathematischen Systemen auszutricksen?
Es gibt kein mathematisches System, das funktioniert. Auf Dauer können sie nicht funktionieren, denn die Erwartung ist allein eine Funktion der Wahrscheinlichkeiten. Um eine positive Erwartung zu bekommen, muss man Informationen über Abweichungen von der A-priori-Wahrscheinlichkeit, also 1/37, haben.

Welche Informationen wären das?
Das können nur physikalische Informationen sein. Wenn Sie beispielsweise wissen, dass das Fach der 17 etwas breiter ist als alle anderen, dann können Sie davon ausgehen, dass die Kugel öfter im Fach der 17 landet als jedes 37. Mal. Wobei Roulette-Kessel heute derart exakt gefertigt werden, dass es so etwas gar nicht mehr gibt. Aber das wäre eine Information, die zu einer positiven Gewinnerwartung führt. Ein anderes Beispiel ist das so genannte Wurfweitenspiel. Da spekulieren Sie auf die Gleichmäßigkeit, mit der ein bestimmter Croupier die Kugel wirft. Der Croupier ist ja der menschliche Faktor in einer Kette von Abläufen, deren Glieder weit gehend vom Zufall bestimmt sind. Menschen können auf Dauer keine reinen Zufälle produzieren.

Man sagt Ihnen nach, Sie könnten mit bloßem Auge erkennen, wo eine Roulette-Kugel landen wird. Wie oft gehen Sie ins Casino?
Vielleicht ein Mal im Monat. Und das auch nur zu einem bestimmten Anlass, etwa um Partner in meinen Techniken zu unterweisen. Ich bin heute zum Glück nicht mehr darauf angewiesen, monatlich mehrmals ins Casino zu gehen, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Wobei ich sagen muss: Ich habe in der Wirtschaft deutlich mehr verdient als in der Spielbank. Selbst bei einer positiven Gewinnerwartung gibt es ein ziemliches Auf und Ab, so dass es sehr schwer fällt, kontinuierlich Gewinne zu machen.

Das heißt, Sie gewinnen auch nicht immer?
Natürlich nicht.

Quelle: Casino-Live. Das exclusive Magazin der WestSpiel Casinos. Ausgabe Nr. 5/2002. Westdeutsche Spielbanken GmbH&Co KG, 48151 Münster.
Interviewer: Torsten Meise
www.westspiel-casinos.de


ZUR PERSON
Seit fast 40 Jahren erforscht der belgische Mathematiker und Physiker Dr. Pierre Basieux (58) das Roulette. Der ehemalige Top-Manager hat zahlreiche Bücher zum Thema veröffentlicht. Bekannt machten ihn ballistische Roulette-Studien. Heute gilt er als einer der wenigen, die das wahrscheinliche Ziel der Kugel mit bloßem Auge erkennen und voraussagen können.

Seine Standardbücher finden Sie hier bei printul. Klicken Sie links auf der Menueleiste auf "Spielebibliothek".



E-Mail: info@printul.de






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